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Zunächst gab es einen Vortrag über die Aufgaben und die Struktur des Geschwaders, das auch die Alarmrotten für die südliche Hälfte von Deutschland stellt. Meldet sich etwa ein Flugzeug vor dem Eindringen in den deutschen Luftraum nicht bei der Luftverkehrskontrolle an und reagiert auch nicht Funksprüche oder hat gar seinen Transponder ausgeschaltet so wird eine Alarmrotte in Marsch gesetzt: Binnen einer Viertelstunde müssen die in der Luft sein, und bei der geringen Größe von Deutschland und dem Wahnsinnstempo, das ein Eurofighter erreichen kann sind die nach ein paar Minuten da und gucken mal ins Cockpit des geheimnisvollen Flugzeugs. In der Regel merkt dessen Besatzung dann, dass da was nicht stimmt und schaltet eiligst das Funkgerät ein, wählt den richtigen Kanal oder gibt zu verstehen, dass das wegen eines technischen Defekts nicht möglich ist.
Ein Eurofighter rollt in Neuburg zum Start; Quelle: Hptm MockaZumindest weiß man dann wenigstens das Kennzeichen des Flugzeugs (einfach durch Hingucken des Piloten) und kann die Situation so viel besser einschätzen ("Ah ja, das ist Flug X der Airline Y, und der will zu dem Flughafen Z. Den begleiten wir jetzt, damit der gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt.").

Es gibt auch international verbindliche Konventionen, wie ein Jagdflieger einem anderen Flugzeug unmissverständlich klar machen kann "Du fliegst jetzt hinter mir her und landest da, wo ich es Dir sage, sonst gibt es ernsthaft Ärger!". Spätestens nach den ersten paar Schüssen mit der Bordkanone (das ist Leuchtspurmunition, die auch am Tag nicht zu übersehen ist) vor den Bug würde wohl auch dem allerletzten Einfaltspinsel am Steuerknüppel klar werden, dass da irgend was gründlich schief läuft. Ein Abschuss wäre wirklich die allerletzte Option, und dazu ist es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland meines Wissens noch nie gekommen.

Nach diesem interessanten Vortrag gab es erst mal ein schmackhaftes Mittagessen in der Kantine der Wilhelm-Frankl-Kaserne. Die Zeiten, in denen sich die Soldaten nach dem Mittagessen über stundenlange Kampfunfähigkeit beschwert haben, weil das Essen sie derart müde gemacht hat, die sind zum Glück vorbei. Wir jedenfalls waren nach dem Essen noch springlebendig, jedenfalls soweit es das unser teils fortgeschrittenes Lebensalter noch zugelassen hat.


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