Am 30. September 2009  verstarb unser Ehrenmitglied und Kamerad Karl-Heinz Eitel. Karl-Heinz Eitel zur MarinezeitGemeinsam nehmen wir Abschied von einem lieben Menschen, vom Ehemann, vom Vater – vom Großvater – oder wie er hier allseits liebevoll genannt wurde – vom Eitel-Opa.
Wir, die MK-München verlieren einen aufrichtigen und verdienten Kameraden, der seit 1961 Mitglied unserer Kameradschaft war.
Zusammen mit Ehefrau Erna haben es beide in den Jahren 1970 – 1971 geschafft, der MK-München ein ganz persönliches Markenzeichen aufzudrücken – nämlich beim Ausbau des ersten MK-Heimes, den Bunker an der Quellenstrasse.
Da gab es u.a. ein Team, Eitel, Gerstlberger, König, Liederer , das es schaffte, kahle, heruntergekommene Bunkerräume zu gemütlichen Räumlichkeiten zu gestalten – dem noch nicht genug, Erna und Karl-Heinz Eitel waren die ersten Heimbetreuer, die mit Dauer-Pantry-Dienst die Besucher der Bordabende bewirtete.
In vorbildlicher Art und Weise übernahm er verschiedene Posten in der Vorstandschaft, z.B. als Betreuer der damaligen Marinejugend Solln, als 1. Kassenwart, als stellvertetender Vorsitzender und später als Beisitzer, wobei er dank seiner Erfahrungen stets eine Stütze der Vorstandschaft war.
Nun sei aber noch ein kleiner Rückblick in seinen maritimen Lebenslauf gestattet.
Am 9. September 1924 in Wildbad im Schwarzwald geboren, meldete er sich nach Abschluß seiner Lehre als Metzger, gerade mal 17-Jahre alt, 1941 zur Kriegsmarine in der Laufbahn „Seemännischer Dienst“. Nach der Grundausbildung in Eckernförde folgte die UBootausbildung in Neustadt/Holstein mit anschließender Versetzung zur 11. Uboot-Flottille ins norwegische Trondheim. Es folgten Einsatzfahrten gegen die Geleitzüge Richtung Osten bis in nördliche Eismeer.
1943 – bei der 3. Feindfahrt überlebte er den Totalverlust des Bootes. Nach seiner Rettung durch norwegische Fischer, einem Lazarettaufenthalt mit anschließender Erholungszeit in Trondheim kam die Versetzung auf das Torpedoboot „LEOPARD“ - obwohl er sich freiwillig zur Ubootswaffe zurück gemeldet hatte.
Auf dem Torpedoboot „LEOPARD“ erlebte er zahlreiche Einsatzfahrten bis in die östliche Ostsee, wobei der Einsatz als Begleitfahrzeug der „WILHELM GUSTLOFF“ in besonderer Erinnerung blieb.
Trotz der unmittelbaren Nähe, konnte dem sinkenden Schiff, mit tausenden von Flüchtlingen aus dem Osten an Bord, keine Hilfe mehr geleistet werden.
Der 2. Weltkrieg, aus dem zwei seiner Brüder nicht mehr zurückkehrten,Karl-HeinzEitel_bw war für ihn in Brunsbüttel zu Ende – nach einem Lageraufenthalt wurde er am 8. Aug. 1945 entlassen.
21 Jahre alt – 4 Kriegsjahre, den Seekrieg mit all seinen Härten und Grausamkeiten überlebt – begann er den sicherlich nicht leichten Weg sein persönliches Berufsleben in München aufzubauen. Der Besuch der Hotelfachschule in Pasing – dann der Wechsel zur Bundesbahn mit harten Lehrjahren vom Wagenwäscher, LKW - und Busfahrer zum Lokführer.
1951 wurde Hochzeit mit Erna gefeiert – und fast als Christkindl kam am 22. Dezember 1951 Sohn Wilhelm zur Welt.
1961 trat er der MK-München und dem Deutschen Marinebund  (DMB) bei.
1984 konnte er nach langen Jahren im Dienst als Lokführer der S-Bahn München in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Er  war 48 Jahre Mitglied des Deutschen Marinebundes sowie der MK-München und man ehrte ihn mit folgenden Auszeichnungen:

  • Silberne Ehrennadel für 25 Jahre beim DMB
  • Goldene Ehrennadel für 40 Jahre beim DMB
  • Goldene Ehrennadel für besondere Leistungen der MK-München und
  • mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der MK-München im Jahre 2003

Die MK-München wie auch der DMB bedeuteten unserem Kameraden sehr viel. So ist es ganz im Sinne des Verstorbenen, dass statt der üblichen Kranzspende eine Spende zur Erhaltung des Marineehrenmals Laboe dem DMB überwiesen wird.
Im Namen des DMB`s darf ich mich für diese Spende bedanken.
Heute heißt es nun Abschied nehmen und wir können nur schlicht und einfach Danke sagen, dass wir DICH, lieber Kamerad Karl-Heinz über viele Jahre hinweg als Freund und Kamerad erleben durften.


Die Marinekameradschaft München verabschiedet sich von ihrem Kameraden Karl-Heinz Eitel mit einer letzten Seite, dem Signal: Der Kapitän geht von Bord

Höslwang, 10.10.09 – 10:00 Uhr

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