Matrose Thomas kocht "Gulasch con Tutti"Auf unserer website haben wir ja einen Terminkalender, und da kann man nachgucken wer denn nun wann als Pantrygast eingeteilt ist. Für die Offline-Kameraden gibt es auch einen Aushang im Marineheim, und auch in unserer Rundschau kann man jeweils nachschauen, wer denn wann in der nächsten Zeit "on duty" ist, wie man das neudeutsch sagt.
Es liegt in der Natur der Sache, dass es da immer mal wieder dazu kommt, dass Pantrygasten die Termine untereinander tauschen, und nicht immer kommt diese Änderung dann auch sowohl auf der website als auch im Aushang des Marineheims an. Mit einer gewissen Unschärfe muss man also trotzdem immer rechnen, aber in der Regel reicht ein Blick auf die website und man weiß wer am nächsten Bordabend dran ist.
Nun gibt es Kameraden, da weiß man teilweise seit Jahrzehnten was einen erwartet. Bei mir zum Beispiel gibt es immer Chili con Carne.
Bei anderen weiß man zwar nicht im Voraus, was die denn nun kochen werden, aber beim Thomas kristallisiert sich heraus, dass er eine Abordnung des Matrosenchors München mitbringt, ist er doch dort Vorsitzender. Das muss natürlich nicht immer so bleiben, aber bisher war es so.

Matrose Gerhard am Schlagzeug, Matrose Reini an der Bassgitarre und Matrose Paul am AkkordeonSo waren am letzten Freitag (20.09.) wieder drei Mann vom Matrosenchor München dabei: Gerhard am Schlagzeug, Reini an der Bassgitarre und Paul am Akkordeon. Die haben uns wieder mächtig eingeheizt, und, nun ja, sie haben beträchtliche Geduld aufgebracht, um aus unserem wilden Durcheinander beim Einüben der MK-Version der "Lilli Marleen" ein wenigstens in Ansätzen verständlichen Chor zu formen. Dass sie dabei bei der Grundfertigkeit "Lesen" anfangen mussten hat sie sichtlich überrascht.
Gulasch con TuttiMich hat das daran erinnert, wie Leo Slezak einmal mit der Aussprache seines Gesangsschülers nicht zufrieden war und den zurecht wies: Bitte ... es heißt: "Und ist der Mai erschienen" und nicht: "Und isst der Maier Schienen"!
Apropos Essen: Dieses Mal gab es beim Thomas "Gulasch con Tutti". Was er damit meinte war nach dem Probieren schnell klar: Das war scharf gewürzt, aber in einer sehr angenehmen Weise: Es hat wirklich klasse geschmeckt!
Danach war dann ein Schnaps angesagt. Der Thomas hatte etwas Besonderes, einen Nussschnaps, mit gebracht. Aber die meisten haben sich an den Bordabend mit dem Matrosenchor erinnert und daran, was er uns damals zur Stärkung der Textfestigkeit beim Shanty-Singen verordnet hat: Ein "Schlappschwanz": Ein Doppelkorn mit einem Sardellenfilet drinEinen Schlappschwanz. Und der Thomas hat uns nicht enttäuscht, er hatte Doppelkorn und Sardellenfilets gebunkert und ich dieses Mal meine Nikon, so dass ich einen solchen Schlappschwanz in Nahaufnahme fotografieren konnte, mit der Kamera im Handy werde ich nicht so recht warm. Also: Man nimmt den runter hängenden Teil des Sardellenfilets in den Mund und lässt den Doppelkorn darüber laufen. Eine interessante Erfahrung!
Am fortgeschrittenen Abend kam dann noch ein weiterer Gast, Markus. Der wohnt in der Nachbarschaft und hat eigentlich nach dem Kai gefragt, der aber war schon vor Stunden Anker auf gegangen. Es ergab sich eine muntere Diskussion, die sich doch entschieden länger hin zog als gedacht. Eigentlich wollte ich das Absperren übernehmen, weil der Thomas noch nicht in die Bedienung unserer neuen elektronischen Türschlösser eingewiesen war. Weit nach 1 Uhr morgens habe ich das Ansinnen aufgegeben, reumütig den Thomas in die Bedienung des Türschlosses eingewiesen und mich dann getrollt.
Fast wie in alten Zeiten, vor meiner Zeit, im Quellenbunker. Das ging es dem Vernehmen nach fast immer so lange bis zum Zapfenstreich.

Winfried


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