Jitsi Kachelansicht bei 6 TeilnehmernDer Coronavirus schüttelt ja derzeit unser Leben gehörig durcheinander, und davon ist natürlich auch die MK betroffen. Sich mal eben im Marineheim treffen fällt auf absehbare Zeit aus. Und auch sonstige soziale Kontakte sind auf ein absolutes Mindestmaß eingedampft.
Es schadet ganz bestimmt nicht wenn man sich Gedanken macht ob das vielleicht auch Online gehen könnte: Man sitzt daheim vor dem Computer, Tablet oder smart phone und sieht und hört die Kameraden und kann so miteinander palavern.

Glücklicherweise gibt es inzwischen eine freie Videokonferenzsoftware namens Jitsi, mit der man ohne Kosten und ohne Aufwand private Videokonferenzen machen kann. Jeder sitzt daheim vor seinem PC (ein Tablet oder ein smart phone geht auch), sieht und hört die anderen, gerade so als würden wir an einer Back sitzen.


Und weil das freie Software ist man muss seine Daten nicht irgend einem Konzern in den Rachen werfen, google, microsoft oder sonst einem Geier. Wenn man ein Notebook verwendet reicht ein moderner Browser (Google Chrome, Mozilla Firefox oder Apple Safari - aber Achtung: Microsoft Edge und Internet Explorer gehen nicht!).
Wenn man ein Handy oder ein smart phone verwendet muss man eine App installieren (kostet nichts).
Diese App heißt Jitsi Meet - die gibt es im Play Store (oder dem entsprechenden Apple-Pendant) und das Logo steht hier rechts:

Das Logo der Jitsi Meet App

 


Auf einem Computer braucht man einen der folgenden Browser, den muss man installieren, falls das noch nicht erledigt ist:

Google Chrome  Google Chrome  https://www.google.de/chrome/ besuchen, "Chrome herunterladen" klicken und das Programm dann starten
Google Chrome ist eine gute Wahl!
Mozilla Firefox  Mozilla Firefox  https://www.mozilla.org/de/firefox/new/ besuchen, auf "Jetzt herunterladen" klicken und das Programm dann starten
Apple Safari Apple Safari  vorinstalliert auf Apple Computern und Notebooks (und nur für Apple Geräte verfügbar)

Nochmal die Warnung: Die Microsoft-Browser (Internet Explorer oder Edge) funktionieren nicht!

Am besten stellt ihr Jitsi erst mal auf Deutsch um, dann tut ihr euch leichter. Das ist aber nur auf dem PC nötig, die App spricht von selber deutsch mit euch.

Besucht also mit Chrome, Firefox oder Safari die website https://meet.jit.si/ und klickt rechts oben auf das Zahnrad (hier in der rechten Spalte angezeigt).

Mit dem Zahnrad geht es zu den Einstellungen

Bei den Einstellungen (=Settings) auf More gehen und dann German (=Deutsch) auswählenDann erscheint eine Box mit 4 Reitern oben, die man anwählen kann. Für euch ist im Moment der rechte Reiter wichtig, der heißt "More". Dort stellt ihr die Auswahlbox "Language" von "English" um auf "German" wie links angezeigt, dann geht es in Zukunft auf Deutsch weiter.
Dann noch bei "Profile" links euren Namen rein schreiben, ein Spitzname tut es auch. Die Mailadresse könnt ihr weg lassen, die braucht man nur für einen Gravatar. Wenn ihr nicht wisst, was das ist ignoriert das Feld einfach.
Dann auf "Ok" klicken!
Der Browser merkt sich das, das müsst ihr also nicht jedes Mal neu machen.

Wenn man die App startet oder mit dem Browser die website https://meet.jit.si/ aufruft muss man den Namen der Videokonferenz eingeben. Den kann man frei erfinden, aber er sollte halt eindeutig sein, damit man nicht mit anderen zusammen rumpelt.
Diesen Namen müssen die anderen Konferenzteilnehmer erfahren, damit sie sich in die die Konferenz einklinken können. Das Einklinken erfolgt direkt durch Aufruf der website https://meet.jit.si/Name-der-Sitzung - beim Aufruf der App auf dem smart phone tippt man den Namen Name-der-Sitzung direkt ein, ohne die URL.

Der Name könnte zum Beispiel MK-Bordabend-Online sein, dann müsste man die website https://meet.jit.si/MK-Bordabend-Online besuchen, um sich in die Konferenz einzuklinken.

Man muss dann zustimmen dass das Mikrofon und die Kamera eingeschaltet werden. Klar - sonst macht eine Videokonferenz wenig Sinn...

Jitsi Kachelansicht bei 6 Teilnehmern Wenn es diese Konferenz noch nicht gibt wird sie neu angelegt und man ist vorläufig der einzige Konferenzteilnehmer. Man ist sozusagen der erste, der das Marineheim aufsperrt und auf die anderen wartet. Wie im wirklichen Leben trudeln die dann nach und nach ein. (Wenn ihr das selber ausprobieren wollt, z.B. mit eurem PC und eurem Handy, dann geht mit dem Handy in einen anderen Raum, sonst gibt es Rückkopplungen, es pfeift fürchterlich!).
Am PC sieht das dann so aus, in der sog. "Kachelansicht" (alle Teilnehmer gleich groß und gleichzeitig zu sehen):

In der unteren Zeile seht ihr buttons, die nach ein paar Sekunden verschwinden und wieder kommen wenn man die Maus bewegt:

Die Bedienleiste verschwindet von selber, taucht aber wieder auf wenn man die Maus anstupst
Die Bedienleiste verschwindet von selber, taucht aber wieder auf wenn man die Maus anstupst

 

Öffnen und schließen des Chats Die Sprechblase dient dazu, den Chat (Nachrichten einzutippen und zu lesen), z.B. wenn es auf die Schreibweise ankommt oder um Fragen bei einem Vortrag zu stellen. Wenn man den Chat nicht eingeblendet hat und da neue Nachrichten aufgelaufen sind dann erscheint die Zahl der ungelesenen Nachrichten bei der Sprechblase.
von Kamera auf Bildschirm oder Fenster umschalten Der Bildschirm wählt statt der Kamera ein anderes Bild, das gesendet werden soll, etwa das Fenster eines Programms dessen Bedienung man den anderen erklären will.
Mit der Hand meldet man sich zu Wort Die Hand rechts in der linken Gruppe dient dazu, sich zu melden. Wie in der Schule, damit nicht alle durcheinander reden. Weil einem da das natürliche Richtungshören fehlt dürfen nicht alle durcheinander reden, sonst gibt es ein Chaos.
eigenes Mikrofon ein- und stumm schalten Damit kann man das eigene Mikrofon ein- und ausschalten (= stumm schalten). Man kann sich so mit seinem Nebenmann unterhalten ohne dem momentanen Sprecher dazwischen zu quatschen. Bei einem Flugzeug heißt das "Intercom", interne Kommunikation innerhalb des Cockpits.
auflegen Mit dem roten Hörer legt man auf - man klinkt sich aus und verlässt die Videokonferenz.
eigene Kamera ein- und ausschalten Mit der Kamera kann man die eigene Kamera ein- und ausschalten. Hier ist die Kamera durchgestrichen - also ausgeschaltet.
Das ist vor allem wichtig, wenn man selber eine langsame Internetverbindung hat. Oder wenn viele Teilnehmer dabei sind. Dann schaltet man die eigene Kamera aus und nur dann wieder ein, wenn man das Wort ergreifen will. Aber man kann natürlich auch ohne Bild reden - man kann sich sogar per Telefon einklinken.
Kachelansicht ein- und ausschalten Damit schaltet man die Kachelansicht ein und aus. Bei der Kachelansicht werden alle Teilnehmer gleich groß angezeigt, sonst nur der aktuell aufgeschaltete. Das kann nervig sein bei vielen Teilnehmern.
Teilnehmer einladen Mit dem Teilnehmer-einladen-Knopf kann man andere Teilnehmer einladen, z.B. per E-Mail.
Sicherheitsoptionen anzeigen Bei den Sicherheitsoptionen kann man ein Konferenz-Passwort festlegen oder den Lobbymodus einschalten, bei der neue Teilnehmer sich nicht direkt aufschalten können, sondern in einem Wartezimmer warten müssen bis der Administrator sie zur Konferenz zulässt.
Weitere Einstellungen Zeige weitere Konfigurationsoptionen an, mehr dazu unten.

 

Wenn alle wild durcheinander reden gibt es ein Chaos: Jitsi schaltet jeweils den lautesten durch - das kann sich aber im Sekundentakt ändern. Das hat zur Folge dass man man zwei Worte von einem Teilnehmer hört, dann drei von einem anderen und schließlich den Rest des Satzes von einem dritten. Nachdem die aber jeweils unterschiedliche Sätze gesagt haben versteht keiner was. Es ist also Disziplin angesagt, wie bei den Seefunkern halt.

Jitsi Standardansicht mit 3 Teilnehmern (der Sprecher wird automatisch groß)

Wenn man die Kachelansicht ausschaltet (mit dem linken Button in der rechten Gruppe, dem mit den 4 Quadraten), dann erscheint der jeweils aufgeschaltete Teilnehmer groß, siehe Screen shot links. Der Sepp redet gerade, die anderen Teilnehmer (Dieter und ich) werden rechts als kleine Bildchen angezeigt.

Bei einer größeren Zahl von Teilnehmern gibt das aber ein ziemliches Durcheinander. Es gibt Berichte dass man davon seekrank wird. Probiert es einfach aus und findet heraus was euch lieber ist.

Wenn ihr die Kachelansicht ein- und ausschaltet kriegen das die anderen nicht mit. Jeder sieht es so, wie er es haben will. Das ist wichtig wenn man einem anderen erklären will was auf seinem Bildschirm angezeigt wird. Es kann natürlich sein, dass der die andere Ansicht gewählt hat als man selber...


Am Handy sieht das so aus (screen shots zu einem anderen Zeitpunkt, deswegen sind die Bilder anders). Aber Vorsicht: Der Akkuverbrauch ist relativ hoch, schaut also dass ihr das Ding bei Bedarf problemlos nachladen könnt.

Bei der Kachelansicht sind alle Teilnehmer gleich groß, Bild rechts (beim Angucken auf dem Handy das Bild unten). Bei der normalen Ansicht wird der momentane Sprecher groß angezeigt, die anderen rechts oder unten am Rand klein:

Standardansicht auf dem smart phone, der aktuelle Sprecher ist groß Gruppenansicht auf dem Handy bei 4 Teilnehmern. Bei dem momentan aufgeschalteten Teilnehmer wird oben im Eck so eine klein blaue Flüstertüte angezeigt. Wenn sich einer meldet, weil er das Wort haben möchte erscheint da eine kleine Hand.

Die Bedienknöpfe habe ich ja oben beim PC erklärt. Weil auf dem kleinen Bildschirm weniger Platz ist sind aber mehrere Buttons nur durch Tappen auf die 3 Punkte rechts unten zu erreichen, nicht direkt. Um die Kachelansicht einzuschalten muss man erst noch auf "Weitere Optionen" tappen.

Wenn man auf die drei Punkte und dann auf "Weitere Optionen" tappt kann man auch auf die andere Kamera umschalten und nicht das eigene Konterfei als Bild schicken sondern das, was man fotografieren würde. Damit kann man einen virtuellen Rundgang senden, etwa wenn man jemandem durch unser Marineheim führen will der gar nicht da ist oder so was.

Wenn man zwischen der Kachelansicht und der Einzelansicht hin- und her schaltet kriegen die anderen Teilnehmer das übrigens nicht mit. Jeder wählt für sich selber, was ihm lieber ist.

Links oben auf die drei Striche tappen, dann das Zahnrad (Einstellungen) wählenInsbesondere bei mehr Teilnehmern wird man aber bei der ständig umschaltenden Einzeiansicht seekrank, habe ich mir sagen lassen. Dann ist die Kachelansicht die bessere Wahl.

Um euren Namen zu setzen startet ihr einfach die Jitsi Meet App, aber zunächst ohne einen Konferenznamen einzutippen. Links oben im Eck sind da drei waagrechte Striche, also ein Menü. Da tappt ihr drauf und wählt dann das Zahnrädchen "Einstellungen". Dort in das Feld "Anzeigename" euren Namen oder Spitznamen eintragen. Die Mailadresse könnt ihr weg lassen, die braucht man nur für einen Gravatar. Wenn ihr nicht wisst, was das ist ignoriert das Feld einfach. Das war es schon.

Die anderen wissen dann, wer ihr seid, auch dann, wenn ihr eure Kamera abgestellt habt. Das kann sinnvoll sein um Bandbreite zu sparen oder euren Akku oder euer Mobilfunkkontingent zu schonen.


Weitere Einstellungen: Mit dem Zahnrad die Sprache einstellenBeim Anklicken der drei Punkte rechts unten auf dem PC erscheint eine Auswahlbox. Wichtig für euch ist vor allem das Zahnrad, Da steht bei euch aber statt "Einstellungen" noch "Settings". Wenn ihr da drauf klickt erscheint ein weiteres Auswahlfeld:

Mit dem rechten Reiter könnt ihr Deutsch einstellen Oben sind da 4 Reiter, bei euch noch englisch, "Devices", "Profile", "Calendar" und "More". Geht auf den rechten, "More", und wählt da Deutsch bzw. "German" aus. Dann tragt bei "Profile" oder "Profil" bitte euren Namen rein, ein Spitzname tut es auch. Dann "OK" klicken".
Die Mailadresse ist nur wichtig für einen Gravatar, wenn ihr nicht wisst was das ist lasst die Mailadresse einfach weg. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn ihr sie hin schreibt.

Mit den "Qualitätseinstellungen" könnt ihr eine schlechtere Bildqualität wählen, wichtig bei langsamen Internetanschluss. Man kann da sogar ganz auf Video verzichten und nur den Ton wählen.

Es gibt sogar eine Telefonnummer mit der an sich per normalem Telefon in die Konferenz rein schalten kann. Ein Wählscheibentelefon reicht aber nicht, weil man als letztes Zeichen den Gartenzaun (Taste "#") eingeben muss. Aber die gibt es eh nur noch in Museen.


Mit den elektronischen Kommunikationsmitteln hat man den anderen nicht direkt gegenüber sitzen, so kann es leicht zu Missverständnissen kommen. Deswegen bewährt es sich, gewisse Umgangsregeln untereinander einzuhalten.

Dazu gehört, dass man sagt, wer man ist. Sich in eine Videokonferenz einzuklinken ohne seine eigene Identität preis zu geben (z.B. eigene Kamera aus, kein Name gesetzt und kein oder nur belangloser Ton) gehört sich nicht. Dann riskiert man raus geworfen zu werden. Wir sind ja ein Bordabend, wenn auch ein virtueller, und keine anonyme Telefonseelsorge. Und einen big brother, der uns incognito in unser Wohnzimmer schaut brauchen wir auch nicht.

Man trägt einfach seinen eigenen Namen ein, wie das geht steht oben. Oder man meldet sich wenigstens im Chat. Oder man zeigt sich im Bild.

Im Lauf der Zeit werden hier sicher noch weitere Hinweise erscheinen, also schaut bitte ab und zu mal hier nach.

Winfried

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